Landesklasse: Fortuna Babelsberg - SV Siethen 1977  4:2 (1:1) 

Dank des traditionellen Saisoneröffnungsfestes sahen rund 180 Zuschauer den Anstoß zum 1. Punktsspiel der neuen Saison. Bereits nach 3 Minuten hat Pascal Baneth die große Chance zur Führung, bekommt aber den Ball nicht richtig unter Kontrolle. Dies rächte sich bereits 3 Minuten später, als Fortunas Abwehr einen Siethener Angriff nicht konsequent unterbindet und Benjamin Ost etwa 8 Meter vor dem Tor frei zum Schuss kommt. Der lässt Rene Oschmann beim 0:1 (6.Min.) keine Chance.

Dass Fortuna weiter gereift ist, wie schon in der Rückrunde der vergangenen Saison bewiesen, zeigte das Auftreten der Mannschaft nach dem Rückstand. Zunehmend wurde das Spielgeschehen übernommen, während Siethen mit der Erfahrung (8 Spieler waren 30 Jahre und älter) abgezockt auf Konter setzte. In der 12. Minute dann die erste Konfusion im Strafraum der Siethener, als ein Abwehrspieler einen Freistoß von Robert Jenner mit dem Fuß kurz vor der Linie abfälscht und damit Mitspieler und Torwart irritiert, aber Glück hat, dass der „Querschläger“ letztendlich neben das Tor geht. Nur 2 Minuten später hat der quirlige Nicky Röll das Siethener 2:0 auf dem Fuß, als er halbrechts aus einem Laufduell heraus aus rund 14 Metern trocken abzieht und der Ball an den Pfosten des Tores klatschte. Da hatte Fortuna viel Glück. Nur 2 Minuten waren wiederum vergangen, als sich Fortunas Offensive energisch einsetzt und so Julian Kerskes in Bedrängnis bringt, der den Ball zum herauseilenden Torhüter Gorden Carstens zurückspielen will, aber Daniel Ziemann einen Tick schneller ist und den Ball am überraschten Torhüter vorbei zum 1:1 ins Tor spitzelt. Viele Zuschauer (und auch die Trainer) meinten sogar ein Eigentor gesehen zu haben, aber Schiedsrichter und Spieler bestätigten, dass Daniel Ziemann mit der Fußspitze am Ball gewesen sei. Nun war das Spiel wieder offen und beide Seiten erarbeiteten sich Chancen, wobei Fortuna sowohl bei Spielgeschehen und Torchancen ein Plus verzeichnen kann. So z.B. in der 23. Minute als eine flache Eingabe in den Strafraum von Pascal Baneth per Innenseite knapp neben den Pfosten gesetzt wird. Als der „große Regen“ kam, mussten beide Teams mit dem nun glitschigen Rasen und Ball zurechtkommen, aber keine Seite konnte bis zur Halbzeit zählbaren Erfolg daraus schlagen. Durchnässt waren die Teams und Zuschauer froh mit dem Halbzeitpfiff „trockenes Gelände“ aufsuchen zu können.

Auch in der 2.Halbzeit das gleiche Bild. Fortuna hat mehr vom Spiel, Siethen kontert gefährlich. Mehrfach setzen sich nun Fortunas Stürmer über die Außenposition durch, finden aber in der Mitte nicht immer den Abnehmer oder spielen ihn zu ungenau an. In der 50.Minute hat der unermüdlich rackernde Pascal Baneth die große Chance zur Führung, bekommt den Ball aber nicht per Lupfer über Torhüter Gordon Carstens, der blitzschnell seine Arme hochreißt und den Ball noch ablenkt. Etwa 10 Minuten danach scheitert auch Daniel Ziemann in einer 1:1 Situation gegen den Torhüter. Doch es verging nur eine Minute , da herrscht Jubel im weiten Rund, nachdem der Ball mustergültig durch die Schnittstelle der Siethener-Viererkette „gesteckt“ wurde und Pascal Baneth diesmal dem herausstürzenden Torhüter beim verdienten 2:1 Führungstreffer (62.Min.) keine Chance lässt. Nun sind die Siethener gefordert und sie lassen sich nicht lange bitten, werden aktiver und das Spielgeschehen verlagert sich immer öfter in die Fortuna-Hälfte. So rettet z.B. Torhüter Rene Oschmann in der 76.Minute vor 2 Siethener Angreifern, als er die flache Hereingabe noch vor den beiden Spielern abfängt. Auch das Fortuna-Trainergespann bemerkt die Veränderungen im Spielgeschehen und bereiten 2 Einwechsler (Sebastian Michalske, Philipp Kubitza) zum Spielertausch vor. Aber zunächst gibt es Eckball vor dem Fortuna-Tor und so wird noch nicht gewechselt. Als dieser mit viel Glück (mehrere Siethener Schussversuche und ein „Pfostentreffer“) zur erneuten Ecke geklärt werden kann, stehen beide Spieler schon zum Wechsel bereit, aber er sollte „zu spät“ kommen, denn der von links getretene Eckball findet den Kopf von Stefan Bernhöft und von diesem, sowie Denny Schwabes Schulter findet der Ball per Ablenkung in der 78.Minute den Weg zum 2:2 in die Maschen. Nun wird gewechselt und Fortuna strafft sich wieder, erhöht erneut den Druck. In der 87.Minute verzögert Phillip Kubitza einen schnellen Angriff etwas, spielt sogar noch einen Gegner aus und dann erst den genialen Pass flach durch die Abwehr auf die rechte Seite, wo Sebastian Pecht gestartet ist, der bis zur Grundlinie durchläuft und den Ball scharf und flach nach innen zieht. Siethens Benjamin Ost riskiert Kopf und Kragen um in höchster Not vor 2 Fortunen zu retten, lenkt dabei aber den Ball in`s eigene Tor zur 3:2 Führung für Fortuna. Nun spielt Siethen „Alles oder Nichts“ und in der zweiten Nachspielminute eilt bei einem Eckball auch Torhüter Carstens mit nach vorn, was sich als folgenschwer erweisen sollte, denn der Eckball wird abgewehrt und als Siethen den Ball erneut in den Strafraum bringen will, setzt sich Robert Jenner ganz energisch ein, kann die Flanke verhindern, den Ball erobern und noch Philipp Kubitza an der Mittellinie mustergültig bedienen, der nun an der rechten Außenlinie die weit aufgerückte Siethener Abwehr überläuft und das leere Tor vor sich sieht, aber aus unerfindlichen Gründen nicht sofort schießt. Erst nach einigen weiteren Schritten, Zurufen und als sich Gegenspieler bedrohlich nähern, zieht er kurz hinter der Mittellinie ab. Der Ball scheint aber zunächst knapp das Tor zu verfehlen, ändert dann aber mit Drall etwas die Richtung und rollt zum Jubel der Spieler und Zuschauer noch knapp an der Pfosteninnenseite zum 4:2 in`s Tor.

Trainer Mathias Mros bezeichnete nach dem Spiel Robert Jenner, ob seines Einsatzes vor dem vierten Tor als „Vater des Tores“. Besonderes Lob in einer stark spielenden Mannschaft, aus der er eigentlich Niemanden namentlich herausheben wollte, erhielt aber Lars Fuhrmann, der einen ganz großen Tag erwischt hatte.