Landesklasse: Fortuna Babelsberg - ESV Lok Potsdam 1:0 (1:0)

Das Spitzenspiel der Landesklasse West, zwischen dem Zweiten und dem Tabellenführer hat wieder neue Fußballgeschichten zu erzählen.

Wurde das Hinspiel bei deutlicher Fortuna-Überlegenheit beim Spielstand von 1:0 nach einer knappen Stunde wegen Unwetter und folgender Dunkelheit abgebrochen, so stand diesmal die Partie ebenso auf der Kippe, da das Schiedsrichterkollektiv aus Neustadt an der Dosse, durch den Unfall auf der A 10 am Kreuz Havelland und der damit verbundenen Vollsperrung nicht pünktlich anreisen konnte. Der Anpfiff erfolgte dadurch erst gegen 15.40 Uhr.

Beide Mannschaften hatten also ausreichend Gelegenheit sich mit dem gut bespielbaren, wenn auch hartgefrorenen Boden vertraut zu machen. Der Platz war für Februar 2018 in einem guten Zustand, auch mal an dieser Stelle ein Lob an die Verantwortlichen in der Stadt Potsdam für die Freigabe.

Die Vorgaben waren vor dem Anpfiff eindeutig, die Lok Elf, mit vier Punkten voraus und einem Spiel weniger, war gedanklich deutlich im Vorteil, während unsere Elf den Dreier unbedingt brauchte. Die Gäste stellten sich dementsprechend massiv in der Defensive auf und agierten mit teilweise bis zu neun Spielern sehr geschickt vor dem eigenen Strafraum und waren bemüht den Dampf aus der Partie zu nehmen.

Bei der ersten unübersichtlichen Aktion im Lok-Strafraum nach drei Minuten wackelte Torwart Fabian Brandt etwas, das 1:0 lag in der Luft, mehr aber auch nicht, ja der Keeper der Gäste entwickelte sich im weiteren Verlauf des Spiels zu einem Aktivposten und hielt die Lok Elf immer wieder im Spiel. Die Gastgeber hatten gefühlte 70:30 Prozent Spielanteile, sie versuchten auch immer wieder das Spiel breit zu machen, aber Zählbares gelang zunächst nicht, zwei gute Chancen von rechts machte Torwart Brandt zunichte. Chancenlos war er allerdings in der 31.Minute beim verdienten Führungstreffer der Babelsberger. Eine scharfe Eingabe von rechts durch Andreas Plaue nutzte Denny Schwabe aus wenigen Metern mit dem konsequenten Abschluss zum 1:0, der Bann war gebrochen. Weitere Möglichkeiten konnten aber nicht genutzt werden und so ging es mit dem knappsten aller Ergebnisse in die Halbzeitpause in einem, und das muss hervorgehoben werden, absolut fairen Spiel von beiden Seiten, auch wenn es in der zweiten Hälfte eine strittige Szene gab.

Nach der Pause lockerten die Gäste ihr Abwehrverhalten und rückten leicht vor, wichtiger noch, sie versuchten die Fortunen nicht ins Spiel kommen zu lassen, indem sie einen Tick aggressiver wirkten, aggressiv heißt aber nicht unfair. So verlagerte sich das Spielgeschehen mehr in`s Mittelfeld. Bezeichnend für die Spielanteile, dass die Gäste nach einer Stunde ihre erste Ecke hatten und kurz danach durch Christian Koschig auch die erste ernsthafte Möglichkeit, der Schuss ging aber über den Kasten.

Die Schlussviertelstunde gehörte dann eindeutig wieder den Gastgebern, es gab mehrere Chancen den Sack früher zuzumachen und den meisten der mehr als 100 Zuschauern das Zittern vor Angst um einen Ausgleich zu ersparen. Gezittert haben aber alle bei der herrschenden Kälte.

Einen Freistoß von Dennis Weber kratzt der Lok Keeper aus der unteren linken Ecke, Florian Bitzka kam nach einer Ecke volley hinter den Ball, der aber über das Tor ging, Armin Schmidt`s gefühlvoller Schlenzer landet am Lattenkreuz, einen Kopfball und den folgenden 25 Meter Nachschussknaller konnte Fabian Brandt entschärfen.

Nach dem Abpfiff gab es auf beiden Seiten keine zwei Meinungen, der Sieg war völlig verdient. Die Partie hätte auch schon vorzeitig entschieden werden können, es war ein Spitzenspiel in der Landesklasse mit einer guten Spielleitung durch Philipp Kublank. Damit ist das Rennen um die Tabellenspitze wieder spannend geworden, auch wenn die Lok Elf noch ein Spiel mehr zu absolvieren hat.

Am kommenden Samstag geht es für Fortuna zum schweren Auswärtsspiel nach Nauen, die Mannschaft hat es sich verdient, das viele Fortuna Anhänger sie begleiten.