Der Durst auf Erfolg ist jedoch noch lange nicht gestillt. Durch den Sieg im Spitzenspiel der Fußball-Landesklasse West haben die For­tunen den Rückstand zu Spitzenreiter Lok Potsdam auf einen Zähler verkürzt. Allerdings hat Lok noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. „Die Schlacht ist jetzt eröffnet“, sagt Schwabe – er meint den Kampf um den Aufstieg in die Landesliga.

Drei Mal Zweiter in Folge

Drei Jahre in Folge haben die Stern-Kicker eine Saison als Zweiter abgeschlossen. Davon hat Schwabe, der im 23. Jahr für Fortuna spielt, die Nase ziemlich voll. Bei einer Niederlage gegen Lok wäre das erneute Verpassen des Aufstiegs wahrscheinlicher geworden. „Der Druck war uns bewusst“, erzählt Schwabe. „Lok Potsdam hat eine grandiose Hinrunde gespielt, wir hatten durchaus Respekt.“

Das Topspiel war dann jedoch ziemlich einseitig. „Wir haben das Geschehen über weite Strecken sehr gut im Griff gehabt“, analysiert Schwabe. „Der Ballbesitz lag bei gefühlt 65 Prozent.“ In der 31. Minute setzte sich Andreas Plaue auf dem rechten Flügel durch und flankte scharf nach innen. Schwabe musste nur noch den Fuß hinhalten, um seinen fünften Saisontreffer zu erzielen. „Das Tor war ganz stark gemacht. Plaue geht auf dem Flügel unfassbare Wege“, lobt Fortuna-Coach Sebastian Michalske. Er hatte sich gefreut, dass der Rasenplatz bespielbar war. Auf dem kleineren Kunstrasenplatz hätten sich die Gäste womöglich besser einigeln können. „Wir haben erwartet, dass Lok tief steht“, sagt Michalske, der mit der Leidenschaft seines Teams sehr zufrieden war. Einziger Mangel: die Chancenverwertung. „Wir haben zwei, drei Tore zu wenig gemacht.“

Mike Weißfuß räumt Unterlegenheit ein

Kein Widerspruch von Lok-Trainer Mike Weißfuß. „Wir haben völlig verdient verloren“, räumt er ein. Nach elf Siegen in Folge riss die starke Lok-Serie. „Das war von beiden Seiten kein Spitzenspiel. Aber gegen Fortuna musst du einen Top-Tag haben, um zu gewinnen. Fortuna war drückend überlegen, unsere Konter sind nicht gut gelungen.“ Das lag auch daran, dass Torjäger Mike Weißfuß junior kaltgestellt war. „Mit unseren beiden Sechsern hatten wir ihn gut unter Kontrolle“, frohlockt Schwabe. Der angehende Sport- und Geografielehrer feierte gestern seinen 31. Geburtstag. Ein Geschenk machte er sich am Samstag selbst. Vielleicht war gestern der Appetit auf ein Pils zurück.