AOK-Landespokal: Fortuna Babelsberg - SV Altlüdersdorf 9:10 n.E. (0:1; 3:3)

Bei schönstem Wetter wurden rund 125 Zuschauer angelockt, um ein Landespokalspiel zwischen einem neuen Landesligisten und einem Oberligisten zu sehen. Keiner wird im Nachgang sein Kommen bereut haben, hat doch ein Jeder feinste Unterhaltung bekommen, in einem tollen Pokalspiel.

Auf Seiten der Gastgeber fehlten unter anderem Erik Beckmann, Georg Müller und Denny Schwabe, sowie auch Trainer David Karaschewitz (Einschulungsfeier). Denny Schwabe übernahm das Kommando an der Seitenlinie und sah, wie alle anderen auch, eine offene verteilte erste Hälfte ohne größere Möglichkeiten für beide Teams. Auf Seiten der Gastgeber stand eine 2:1 Eckenführung, allerdings ohne wesentliche Torgefahr. Die Gäste nutzten ihrer allererste Chance in der 39.Minute konsequent. Sven Marten netzte, am langen Pfosten stehend, nach einer Flanke den Ball per Kopf, gegen die Laufrichtung von Keeper Björn Heck, ein.

Was die erste Hälfte an Torszenen zu wenig hatte, hatte die zweite in Überfluss. So tankte sich in der 48.Minute Dennis Weber halbrechts mit viel Energie durch, der Ball hätte einfach zum Ausgleich sitzen müssen. Statt dem möglichen Gleichstand fast im Gegenzug das 0:2 durch den eingewechselten Ricky Djan Okai und als weitere drei Minuten später der agilste Angreifer Kamil Zielinski das 0:3 erzielte, schien alles klar zu sein.

Hätte man zu diesem Zeitpunkt Jemanden mit einer Sammelbüchse um den Platz geschickt, keiner und niemand hätte wohl noch einen Euro auf die Gastgeber gesetzt. Aber wie die gesamte Mannschaft weiter ohne Hektik ihre Linie spielte, nicht den Kopf in den Sand steckte und weiter an ihre Chance glaubte, das machte einfach Spaß und der Funke sprang nun auch auf die Zuschauer über.

Beim 1:3 setzte sich in der 57.Minute erneut Dennis Weber energisch auf der rechten Seite durch, seinen Pass in den Rücken der Abwehr nutze Felix Thoss zum Anschlusstreffer. Zu diesem Zeitpunkt war es ein Zeichen, mehr aber noch nicht. Nach einem Zusammenprall zwischen dem Gästekeeper Urus Kabanica und Fortuna-Neuzugang Tayo Göhring, entschied Referee Justin Weigt, nicht unberechtigt, in der 73.Minute auf Elfmeter. Dennis Weber nutzte diese Möglichkeit zum 2:3, das Spiel war wieder offen.

Es war vorher klar, in dieser Partie würde es für die Hausherren nicht Möglichkeiten in Hülle und Fülle geben, aber wie die gesamte Mannschaft an das mögliche Unentschieden glaubte, a la bonoir! Zunächst wurde ein vermeintliches Abseitstor noch zurückgepfiffen, aber in der Nachspielzeit wurde ein Freistoß kurz auf Maximilian Schmidt gespielt, der sah das der Torwart auf eine Flanke spekulierte und haute ihm die Kugel in die kurze Ecke, der Rest war nur noch Jubel, die Verlängerung war nach einem 0:3 Rückstand erreicht! Allein das war und ist schon ein Riesenerfolg.

In der ersten Hälfte der Verlängerung passierte nicht viel, in der zweiten Hälfte hatte die Abwehr auch das nötige Quäntchen Glück und einen starken Björn Heck im Kasten, der einige Male, vor allem durch geschicktes Herauslaufen, den erneuten Rückstand verhinderte. In der 119.Minute lag sogar die Sensation im Bereich des Möglichen, ein Durchbruch auf der linken Seite von Dennis Weber, wurde versucht mit einen Foul zu stoppen, der Weiterlauf aber einen Tick zu früh mit einem Freistoßpfiff unterbunden.

Was wäre wenn, ist im Fußball schon immer müßig und so musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Und auch da war die Möglichkeit zum Weiterkommen zweimal real gegeben, aber Fortuna konnte die beiden Big Points nicht nutzen. Zwei Mal in Führung liegend versagten beim fünften und auch sechsten Elfmeterschützen die Nerven bzw. Gästekeeper Kabanica war in der richtigen Ecke. Beide ärgern sich sicher am meisten und haben eine schlaflose Nacht. Und so fiel beim neunten Elfmeter die Entscheidung zugunsten der Gäste, die erleichtert ihr Weiterkommen feierten.

Unterm Strich bleibt ein Spiel in Erinnerung, das allen Spaß gemacht hat, das aber auch die Zuschauer zu den kommenden Heimspielen im September gegen den Staffelfavoriten RSV Eintracht 1949 und Stahl Brandenburg wiederbringt. Vorher gilt es aber den Mund abputzen und die vollste Konzentration auf den Punktspielauftakt am kommenden Samstag in Perleberg zu richten.