Landesliga: Fortuna Babelsberg - FK Hansa Wittstock 1919  1:3 (1:0)

In der Landesklasse West waren die Spiele gegen Hansa Wittstock immer eng umkämpft und so stand bereits vor dem Anpfiff fest, dass es eine äußerst komplizierte Aufgabe wird.

Niemand sollte sich vom aktuellen 14.Tabellenplatz der Gäste blenden lassen. An guten Tagen hat es jeder Landesligist gegen diese Mannschaft sehr schwer. Dass es nach dem Abpfiff auch so gekommen ist, tut allen, außer den Gästen, sehr  weh. Aus den verschiedensten Gründen, musste Coach David Karaschewitz wieder umbauen, Justus Kautz fehlte gelbgesperrt, Dennis Weber arbeitsbedingt und die Reihe ließe sich um zig Spieler fortsetzen. Dies kann, soll und darf bei dem breiten Kader aber nicht als Entschuldigung gelten.

In den ersten Minuten war unsere Abwehr unruhig und einige leichte Ballverluste sorgten für Ballbesitz der Wittstocker. Aber nach zehn Minuten bekam die Mannschaft das Spiel doch in den Griff, ohne aber zwingende Chancen zu erspielen. In der 23.Minute ein Grundliniendurchbruch von Andreas Plaue und die Eingabe auf Tayo Göhring, der aus zehn Metern knapp verzog. Zwei Minuten später segelte eine Eingabe von Maximilian Schmidt an Freund und Feind, sowie am Tor vorbei. Als sich alle schon auf das torlose Unentschieden einstellten, setzte Wittstocks Kapitän bei einem misslungenen Abwehrversuch in der 40.Minute per Kopf den Ball in die eigenen Maschen. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung auf Grund der aktiveren Spielweise nicht unverdient, allerdings kam einfach keine Ruhe in die Aktionen.

Nach der Pause, in den ersten zwanzig Minuten, ein unverändertes Bild, die Partie spielte sich mehr zwischen den Strafräumen ab, als in den Strafräumen, wenn man von Standards absieht. Es gibt im Fußball viele Drei Euro Phrasensprüche, einer aus dieser Kategorie ist, bei einem zweiten Treffer wäre die Partie entschieden gewesen. Wäre, wenn und hätte ist aber in keiner Tabelle vorgesehen.

In der 67.Minute dann (fast) aus dem Nichts der Ausgleich. Nach einem Foulelfmeter ganz sicher unhaltbar verwandelt von Christian Zielasko. Dreifach bitter an dieser Entscheidung, dass dieser Strafstoß gelinde ausgedrückt zumindest umstritten war, zweitens die sehr gute Schiedsrichterleistung von Jacqueline Lünser etwas schmälert und drittens dem Spiel eine komplette Wende gab. Die routinierten Gäste erkannten unsere Unsicherheit und spielten die letzten zwanzig Minuten in einem psychologischen Hochgefühl, Tom Techen und Kevin Berlin machten den Auswärtssieg mit zwei Kontertoren perfekt.

In den letzten Minuten löste Fortuna die Defensive zu Gunsten der Offensive mehr oder weniger auf, aber die Gästeabwehr stand sicher und auch ein Eckenverhältnis von 8:1 ist einfach nur eine wertlose statistische Angabe. Unterm Strich bleibt eine schmerzhafte Heimniederlage, die aber zum wiederholten Male auch die Schwächen aufgedeckt hat. 12 eigene Treffer in zwölf Spielen ist einfach zu wenig und der zweitschwächste Wert aller sechzehn Teams. Das Spiel bis zum Strafraum sieht gut und zielstrebig aus, der letzte Pass und Abschluss will einfach nicht gelingen. Ein alter Spruch, die Kugel einfach mal rauf zu hauen, soll keine Besserwisserei sein, kann aber auch Blockaden lösen.

Am kommenden Samstag wird das Dezemberspiel gegen den Nachbarn aus der Rudolf Breitscheid Straße vorgezogen, Anpfiff auf dem kleinen Kunstrasenplatz ist um 14.00 Uhr. Dort ist die beste Gelegenheit verlorenes Terrain zurück zu gewinnen, der (kleine) Platz darf nicht als Entschuldigung gelten, sondern sollte zu eigenen Stärken genutzt werden.