Landesliga: FC Schwedt - Fortuna Babelsberg 2:1 (1:0)

Es war ein gebrauchter Sonnabend, aus Sicht der Babelsberger. Die weite Anreise nach Schwedt, dazu ein Stau auf der Autobahn und am Ende traten sie mit leeren Händen die über zweistündige Heimreise an. Nach einem Spiel, das sie nicht zwangsläufig verlieren mussten.

Dass Fortuna aus beruflichen oder verletzungsmäßigen Gründen einige Schlüsselspieler wie Neuschäfer-Rube, Kautz, Plaue, Wolter usw. nicht zur Verfügung standen, soll und darf keine "Entschuldigung" sein und die Leistung der aufgestellten Akteure nicht schmälern. So ergab sich, nach langer Verletzungspause, die Einsatzmöglichkeit für Enis Wendland (noch A-Junior). Aber auch die Schwedter hatten sicher den einen oder anderen, der im Kader fehlte. Und so merkte man beiden Seiten in einer Reihe Aktionen an, dass das blinde Verständnis zum Teil fehlte. Außerdem ließen beide Deckungsreihen vergleichsweise wenig zu, so dass es meistens bei guten und weniger guten Halbchancen blieb.

In der 19.Minute dann ein unglücklicher Elfmeter aus Sicht der Landeshauptstädter. Bei der Ballannahme sprang der Ball an die herabhängende Hand eines Verteidigers. Schiedsrichter Roland Schwenn schien bei seiner Entscheidung selbst nicht ganz glücklich, aber es blieb ihm keine Wahl, war eben Handspiel. Den Elfmeter versenkte Radoslav Jakub Stasiak scharf links unten zum 1:0 im Gehäuse von Keeper Erik Firchau, für den es nichts zu halten gab.

Bis zur Halbzeit erzielten beide Teams nichts zählbares mehr, es blieb bei Schüssen oder Aktionen, die knapp die Tore verfehlten, abgeblockt wurden oder kein echtes Problem für die Torhüter darstellten.

Nach dem Seitenwechsel forcierten die Babelsberger ihr Angriffsspiel, dem aber im letzten Drittel häufig die Genauigkeit und damit Torgefährlichkeit fehlte. Optisch hatten sie mehr vom Spiel, da die Gastgeber sich zurückzogen und aus einer kompakten Abwehr auf Konterchancen lauerten. Allerdings war die Gäste-Dreierkette hellwach und so verpufften die meisten Konteransätze. Einzelne Möglichkeiten waren aber nicht ungefährlich. So zum Beispiel in der 75. Minute, als ein Ball, nach einer Flanke von links, völlig frei stehend aus 10 Metern in die fünfte Etage gejagt wurde.

Das sollte sich rächen, denn nur zwei Minuten später gab es nach einem Foul im Schwedter Strafraum Elfmeter für Fortuna und Georg Müller verwandelte diesen sicher zum 1:1 (77.). Nun hatten die Gäste einige Minuten deutlich Oberwasser und in der 81. Minute musste Keeper Bartosz Klonowski, außerhalb des Strafraumes, Kopf und Kragen gegen den durchlaufenden Müller riskieren, der sich bei dem Pressschlag verletzte und ausgewechselt werden musste.

Zu diesem Zeitpunkt hätte sich die Glückswaage durchaus zu Gunsten der Filmstädter neigen können, doch es kam anders. Als Philipp Ulrich in der 83.Minute einen Freistoß aus 22 Metern im rechten Dreiangel zum 2:1 unterbrachte, lagen die mehr für das Spiel investierenden Babelsberger erneut hinten. Ihr Anlaufen gegen die rote Schwedter Wand brachte bis zum Schlusspfiff nichts mehr ein und so mussten sie konstatieren "außer Spesen nichts gewesen".