Landesliga: Fortuna Babelsberg - FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf 03  2:2 (0:0)

Mit dem FC Concordia Buckow/Waldsieversdorf 03 gab am Samstag ein völlig neuer und unbekannter Gegner seine Visitenkarte Am Stern ab.

Sie waren in der vergangenen Saison in der Landesklasse durchmarschiert und auf eigenen Antrag territorial in die Landesliga Nord eingruppiert worden. Als Neuling sorgten sie bisher für Furore und gehören zur engsten Spitzengruppe. Das erste Lob vor dem Anpfiff gehört aber ihren ungewöhnlich zahlreich mitgereisten Zuschauern.

Der Fortuna zur Verfügung stehende breite Kader eröffnete Trainer David Karaschewitz mehrere Optionen und so war die, auf der linken Verteidigerposition durch Armin Schmidt schon überraschend, ebenso die von Paul Lubner im rechten Mittelfeld und das Startelfdebüt von Enis Wendland, der damit der zweite A-Junior neben Tim Dethloff war.

Die Partie begann sofort scharf, es wurde im Gegensatz zu anderen Spielen schneller versucht nach vorn zu spielen und dies auch vor allem über die Außenpositionen. Auch die Gäste zeigten ihr Können und so musste bereits nach drei Minuten Erik Firchau einen Flatterball von halbrechts abwehren. Er wurde das ganze Spiel mehr vom Gegner gefordert, als von eigenen Ballberuhigungen durch Rückspiele. Die erste Fortuna-Ecke in der 6.Minute von rechts drehte Armin Schmidt ganz gefährlich nach innen, Freund und Feind verpassten die Kugel und am langen Pfosten fehlten Zentimeter am Tor. Die körperlich kompakten, erfahrenen Gäste versuchten das Spiel in den Griff zu bekommen, unsere Mannschaft setzte dagegen die Vorgaben des Trainers, vor allem konzentriert gegen den Ball zu arbeiten, sehr gut um und so entwickelte sich ein flottes Landesligaspiel von beiden Seiten.

Concordia hatte in der ersten Hälfte zwei dicke Möglichkeiten,so als Jonas Ehm vor dem Tor mit einem Querpass den Nebenspieler suchte, den Ball aber ins Leere schob und als Tobias Hager mit einem Heber zwei Minuten vor der Pause nur die Latte taf. Auf der Gegenseite machten die jungen Wilden mit ihrer Laufbereitschaft viel Wind, Tim Dethloff scheiterte mit einem Flatterball ganz knapp und ein tolles Lupferzuspiel von Enis Wendland endete um Bruchteile von Spielmomenten in den Armen vom gut mitspielenden Gästekeeper Dominik Vogt.

Die zweite Hälfte begann mit einem Schreck für Fortuna, ein langer Ball in den Strafraum und der sehr präsente Toni Hager dückte am langen Pfosten den Ball über die Linie zum 0:1 (47.). Nach einer kurzen Schockstarre gingen die Köpfe der Hausherren aber wieder nach oben, die Körpersprache zeigte - wir schaffen das. Zweimal hatte Magnus Niklas Gaida gute Möglichkeiten, einmal wurde der Ball von der Linie geholt, das Remis lag im Bereich des Möglichen. In der 77.Minute dann ein weiter Einwurf von Andreas Plaue in den Strafraum, Tayo Göhring reagierte am schnellsten und das 1:1 war da.

In der Schlussphase dann wieder das alte Spiel im Kopf, alles auf eine Karte für das Siegtor setzen oder einige Minuten das Spiel beruhigen um das Unentschieden mitzunehmen. Diese Gedanken wurden schnell ad acta gelegt, als Bartosz Barandowski einen Angriff an der Mittellinie abfing und dann ging es ganz schnell, ein satter Flachschuss schlug in der 80.Minute ein und es stand es 1:2. Wie Fortuna sich dann noch einmal aufbäumte, wirklich alles versuchte und dies nicht nur mit der Brechstange, das war schon aller Ehren wert. Und endlich kehrte auch das notwendige Spielglück zurück, in der allerletzten Sekunde des Spiels, die Buckower haderten mit dem Schiedsrichter wegen des späten Abpfiffs, gab es einen Foulelfmeter. Auch hier, entgegen jeder ungeschriebenen Regel, der Gefoulte soll nicht selbst schießen, schnappte sich Georg Müller die Kugel und verwandelte sicher. Das Spiel wurde danach nicht mehr angepfiffen, ein Punkt steht auf der Habenseite.

Auch wenn man tunlichst Quervergleiche vermeiden sollte, aber von der Leistung der gesamten Mannschaft waren alle angetan, es war vermutlich die beste Saisonleistung. Es wurde permanent versucht nach vorn zu spielen, die eigene Fehlerquote konnte vor allem in der Vorwärtsbewegung niedrig gehalten werden, Man konnte den Eindruck gewinnen, dass die Mannschaft die Spielphilosophie des Trainers auch erreicht und Trainingsinhalte der Woche auch im Spiel umgesetzt werden. Und auch das darf nicht vergessen werden, man sah der gesamten Mannschaft auch wieder den notwendigen Spaß am Spiel an.

Nun heißt es in den kommenden Wochen wieder mental auf den Boden zu kommen, es stehen zwei nicht minderschwere Auswärtspartien an. Am kommenden Samstag geht um 14.00 Uhr nach Hennigsdorf, eine Woche später die lange Fahrt nach Perleberg.