Landesliga: TSV Chemie Premnitz - Fortuna Babelsberg 1:2 (1:2)

In der Vorsaison war Fortuna in beiden Spielen erfolgreich, obwohl die Chemiker in den vergangenen Jahren immer heimstark und schwer zu bespielen waren. Doch aktuell weisen sie eine desaströse Heimbilanz auf.

Vor dieser Begegnung standen ein Torverhältnis von 7:12 und ganze vier Punkte als Ausbeute aus den sechs Partien auf heimischen Rasen zu Buche. Die Premnitzer wollten gegen die Landeshauptstädter endlich den Bock umstoßen und ihren "Heimfluch" mit einem Sieg beenden. Gerade deshalb und weil zwei Nachbarn aus dem Tabellenmittelfeld gegeneinander antraten, war ein enges Spiel zu erwarten.

TSV-Coach Oberschmidt blickte im Vorfeld optimistisch und hoffnungsfroh auf die Begegnung. Zwar fehlten ihm Krumbholz, Freidank und Quast, aber personell konnte er auf einen ordentlichen Kader bauen, da auch Martin Weber zurückkehrte.

Auf Fortuna Seite musste Coach Karaschewitz erneut sein Team umkrempeln. Aber trotz der veränderten Startelf – es fehlten u.a. Plaue, Riedelsheimer, Lubner, Beckmann und A.Schmidt – verbreitete er Optimismus und wollte in Premnitz "etwas mitnehmen", standen ihm doch mit M.Schmidt, Kautz und Wendland drei Alternativen wieder zur Verfügung.

Der Rasenplatz zeigte schon nach kurzer Zeit, dass sein Zustand nicht für technisch gepflegtes Kurzpassspiel geeignet war. Er tendierte mit nass, holprig, schmierig und tief fast an der Grenze zu "unbespielbar". Ein Kampfspiel, mit ganz wenigen Torchancen war die Folge.

Fortuna erwischte den besseren Start. Verfehlte nach 5 Minuten ein Freistoß von Philipp-Justus Kautz noch ganz knapp das Tor, so traf Tim Wolter nach neun Minuten im Anschluss an einen Eckball zum 0:1. Danach gab es aber für beide Seiten kaum Möglichkeiten, doch als Tim Wolter in der 14.Minute bei einem Zweikampf einen Tick zu spät kam, gab es Elfmeter für die Gastgeber, der aber an der Querlatte endete. Doch nach einer halben Stunde Spielzeit konnten die Hausherren jubeln, als der Ball durch die Kette gesteckt wurde, war Martin Weber zur Stelle und stellte den 1:1 Gleichstand her. Fortuna zeigte sich nicht geschockt und versuchte sofort den alten Abstand wieder herzustellen. Dies gelang nur vier Minuten nach dem Ausgleich, als nach einer schönen Kombination über die rechte Seite Georg Müller den Ball auf Tayo Göhring zurücklegte und dieser zum 1:2 (35.) einschoss.

Nach dem Seitenwechsel wurde von beiden Seiten jeder Zentimeter auf dem Platz verteidigt, Torchancen waren absolute Mangelware und was doch durch kam, sah beide Torhüter auf dem Posten. Farbe ins Spiel brachte nun zunehmend Schieri Stefan Fleschner, der bei diesen Bodenbedingungen kein leichtes Amtieren hatte. Bis zur fünften Nachspielminute zückte er wegen Foulspiels oder Meckerns ganze elf Mal Gelb. In der 95. Minute erwies dann der beste Premnitzer, Benjamin Huxol, seinem Team einen Bärendienst, als er sich die rote Karte einhandelte.

Freuen durften sich dagegen Fortunas Lucas Troschinski, der als Einwechsler seinen ersten Einsatz im Landesligateam bekam, ebenso Trainer Karaschewitz, der sechs Spieler im Alter von 18 bis 22 Jahren erfolgreich aufgeboten hatte.

Mit der Bilanz von zwölf Punkten und 10:1 Toren in den letzten vier Spielen hat Fortuna einen perfekten Zwischenspurt hingelegt und Platz acht (mit Blick nach oben) ist der derzeit verdiente Lohn. Den Premnitzern wäre vielleicht anzuraten, ihre Spiele grundsätzlich auswärts auszutragen, denn da sind sie zur Zeit weitaus erfolgreicher.

Am kommenden Wochenende empfängt Fortuna um 13 Uhr den FC Stahl Brandenburg "Am Stern", während die Chemiker sich, in Anbetracht ihrer guten Auswärtsbilanz, fast ein wenig auf das Auswärtspiel beim FC Concordia Waldsieversdorf 03 freuen dürften?!